Rotes Grün ein Buch bereichert die Debatte 

 Hans Thie, Wirtschaftsreferent der Fraktion DIE LINKE im Bundestag und ehemals langjähriger Redakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“, hat ein anregendes, gut geschriebenes und der Zukunft zugewandtes Buch verfasst zu Pionieren und Prinzipien einer ökologischen Politik. Im Kern geht es darum,wie der notwendige sozial-ökologische Umbau, die große Transformation unseres kapitalistischen Gesellschaftssystems, gelingen kann angesichts der regionalen und globalen Zerstörungen von Sozialsystemen, Umwelt und Klima durch den finanzmarktgetriebenen Kapitalismus. Für ihn gilt das Primat der Ökologie, wobei der Begriff „Ökologie“ im umfassenden Sinn das gesamte Verhältnis Natur und Gesellschaft meint und nicht auf die Biologie verkürzt zu verstehen ist. Viele Alternativen reifen bereits im hier und heute heran und bedürfen des ungehemmten Ausbaus zu ihrer vollen Entfaltung.

 

Sein Beitrag mischt sich vor dem Hintergrund der drängenden Gegenwartsprobleme in eine seit geraumer Zeit immer breiter geführte Debatte ein, in der zunehmend weitere Ressourcenverschwendung, weiteres unablässiges Wirtschaftswachstum und überquellender, unnötiger Warenkonsum kritisch hinterfragt werden. Bekannte Namen sind hier die Wachstums- und Konsumkritiker Niko Peach, Harald Welzer und Reinhard Loske aber auch Ralf Fücks, ein Verfechter grünen Wachstums bei gleichzeitigem „Abschmelzen“ bislang falscher Entwicklungspfade. HansThie bereichert und belebt hier die Diskussion mit seinem Beitrag. Man kann bei ihm viel Gemeinsames, -  insbesondere mit den Wachstums- und Konsumkritikern -  feststellen, aber er zieht auch einen klarenTrennstrich zu ihnen allen, denn überzeugend wird klar gemacht, dass, wer Ökologie für alle will, der muss die Wirtschafts- und Eigentumsordnung ändern und damit in das Macht- und Herrschaftsgefüge eingreifen. Denn der Kern der Maschinerie, sein Hunger nach Profit, der Zwang zu Konkurrenz und Expansion und damit Wachstum lässt sich nicht bändigen und allmählich in eine sich selbstgenügende Mäßigung überführen.

 

Vor diesem Hintergrund setzt sich Hans Thie auch kritisch mit jener Wirtschaftswissenschaft auseinander, die sich der Ökologie annimmt, aber zu stark im Kern dem Bestehenden verhaftet bleibt. Pointiert spitzt er zu: „Grüner Kapitalismus ist kompatibel mit den Mächtigen, sorgt für das Flair ökologischer Modernität. Aber er ist keine Antwort, wenn es um fundamentale Zukunftsfragen geht. Sattes Grün verlangt kräftiges Rot“. Wer mehr dazu wissen will, der kann nachstehend Näheres in meiner Buchbesprechung lesen und sich dann entweder das Buch beim Hamburger VSA-Verlag beschaffen oder bei der RosaLuxemburg Stiftung als E-Book ((http://www.rosalux.de/publication/39552/rotes-gruen.html) abrufen.  

 

 

 

 

   

 

 

    

 

 

 

 

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