Energieverschwendung

Stahlwerksabgase zu Chemikalien - kein Weg für Klima- und Ressourcenschutz


Der Konzern Thyssenkrupp – Betreiber des größten Stahlwerks in Deutschland – versucht mit seiner branchenübergreifenden Initiative Carbon2Chem ein neues, langfristig profitables Geschäftsmodell mit Stahlwerksabgasen zu etablieren und damit verschärften Klimaschutzzielen zu entkommen. Aus Kohlendioxid und anderen Bestandteilen der Stahlwerksabgase sollen künftig Chemieprodukte und Kraftstoffe werden. Im Juni 2016 wurde in Duisburg der Grundstein für ein längerfristig milliardenschweres Projekt gelegt, an dem insgesamt achtzehn Forschungseinrichtungen und große Konzerne aus Chemie- und Energiewirtschaft sowie dem Anlagenbau beteiligt sind. Das Projekt wird seitens des Bundesforschungsministeriums üppig gefördert. In etwa 15 Jahren soll die Technologie national und international einsetzbar sein.  

Das Vorhaben zielt auf einen großen chemisch-energetischen Industriekomplex auf fossiler Rohstoffgrundlage ab und soll in großem Stil mit erneuerbaren Energien verknüpft werden.

Die großtechnische Verwertung von Stahlwerksabgasen zu Chemieprodukten befestigt fossile Strukturen überkommener Stoff- und Energiewirtschaft auf lange Zeit im Übergang in das solare Zeitalter. Zugleich werden dafür große Mengen an erneuerbarem Strom und erneuerbaren Ressourcen gebunden.

 

Für die Herstellung von Stahl ist eine nahezu CO2-freie Alternative in Sicht. Sie braucht dafür keine mit Kohle betriebene Hochöfen mehr. Allerdings benötigt das alternative Verfahren große Mengen an erneuerbarem Strom und Wasserstoff. Die Durchsetzung des Verfahrens in den kommenden Jahrzehnten erfordert eine ambitionierte Energiewende.

 

Im nachstehenden Beitrag wird näher auf das Projekt eingegangen.


  




Kohlevergasung & Kohlechemie - keine Option für die Zukunft


Der Durchbruch der erneuerbaren Energiewende im Jahre 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz setzte die fossile Energiewirtschaft unter großen Druck und führte

insbesondere bei den Beschäftigten in den Kohletagebaugebieten mit Kohlekraftwerken zu Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Zur Sicherung langfristiger Geschäfte für die Kohlekonzerne nahmen seitdem zwei wichtige technologische Entwicklungen an Fahrt auf, die auf alten Kenntnissen und Erfahrungen aufbauen konnten. Das waren zum einen Gas- und Dampfkraftwerke mit integrierter Vergasung von Kohle oder anderen fossilen Energieträgern (IGCC-Kraftwerke) und zum anderen die Kohlevergasung mit dem Ziel der Gewinnung von Brenn- und Treibstoffen, Kunststoffen und Chemikalien aller Art. Im nachstehenden Beitrag werden beide Entwicklungen kurz umrissen.Die Nutzung beider Technologien setzt aber dauerhaft hohe Ölpreise voraus.

Detailliert mit der Braunkohle-Chemie beschäftigt sich ein weiter unten stehender Beitrag.



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Braunkohle-Chemie - Vergangenheit statt Zukunft 

Zur Kritik der Verwertung von Braunkohle zu Treib-/Brennstoffen und Chemieprodukten

 

Vor dem Hintergrund anhaltender Auseinandersetzungen über die Verbrennung von Braunkohle und ein mögliches Ende dieses Weges auf mittlere Sicht wird seit längerem wieder stärker über die stoffliche Nutzung (chemische Verwertung) diskutiert. Dafür braucht es aber dauerhaft Ölpreise von 60 - 80 $/Barrel. Damit ist bis auf weiteres ausgehend vom Stand März 2016 nicht zu rechnen. Dennoch wird die Diskussion anhalten. Dafür dient der nachstehende Beitrag.

 

 

 

 

Power-to-Gas

 

Am 15.11.2014 fand eine gut besuchte Tagung der Ökologischen Plattform bei der Partei DIE LINKE in Paaren/Glien (Brandenburg) statt. Sie befasste sich mit der Speicherung Erneuerbarer Energien in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ich wurde um einen Beitrag zur Power-to-Gas Technologie gebeten. Mit dem technischen Verfahren Power-to-Gas wird die Herstellung von künstlichem Methan mithilfe von Wasserelektrolyse und unter Einsatz von Kohlendioxid bezeichnet. Belässt man es bei der Wasserelektrolyse, dann kann man mit dem Verfahren auch nur Wasserstoff (und Sauerstoff) herstellen.  

 

Mein Beitrag gibt eingangs einen kurzen Überblick zu Verfahren, Wirkungsgrad und Kosten sowie zu bestehenden Projekten im Bundesgebiet. Detallierter wird dann auf Projekte in Berlin und den beiden bereits genannten Bundesländern eingegangen. Power-to-Gas beginnt inzwischen ins Fadenkreuz großer Wirtschaftsinteressen zu rücken. Im Mittelpunkt stehen die Themenfelder Mobilität mit Batterien und Brennstoffzellen sowie Gesamtkonzepte für Verkehr und Energie mit einer Reihe sog. Leuchtturmprojekte. Power-to-Gas ist mit teilweise erheblichen Wirkungsgradverlusten behaftet. Deshalb sollten Verfahren wie Power-to-Heat, die weniger Energieverluste haben, Vorrang haben. Ein massiver Ausbau von mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen ist Energieverschwendung. Demonstrationsanlagen zur Herstellung von Methan sollten dort erprobt und technisch zur Reife gebracht werden, wo prozessbezogen viel Kohlendioxid anfällt und nicht vermieden, sondern nur verringert werden kann. Beispiele sind Biogasanlagen, Kläranlagen, Brauereien, Ziegeleien oder Kalkbrennereien.

 

 

 

 

Signale postfossiler Moderne

 

Seit längerem haben Umwälzungen der industriellen (stofflich, technisch) und energetischen Produktionsgrundlagen im Kapitalismus begonnen. In fernerer Zukunft werden angesichts schwindender fossiler Energierohstoffe Wind, Sonne,Wasser und Kohlendioxid (CO2) die Regie für Energieversorgung und Chemieproduktion übernehmen. Eine künftige Kopplung von Strom- und Gasnetz zeichnet sich ab. Strom wächst absehbar mehr und mehr in die Rolle des zentralen Primärenergieträgers hinein. Mit Strom betriebene Elektrolyse, Katalyse, Brennstoffzellen, Batteriesysteme und Elektroantriebe haben seit geraumer Zeit stark an Bedeutung zugenommen in Forschung und Entwicklung sowie bei praxisrelevanten Vorhaben. Zugleich ist der profitgetriebene Umwälzungsprozess von einer immer intensiveren Ausbeutung von Naturressourcen begleitet. Nachwachsende Rohstoffe wie Holz oder Mais zur Energiegewinnung haben einen gewaltigen Aufschwung erfahren und sogenannte „nichtkonventionelle“ Energierohstoffe (z. B. Fracking-Gas, Methanhydrate oder Ölschiefer) sollen angeblich drohenden Versorgungsengpässen abhelfen. Parallel dazu werden für den heranreifenden Neubau der technologischen Basis eine Vielzahl an strategischen mineralischen Rohstoffen (Metalle wie Platin oder Lithium) gebraucht.

Vor diesem Hintergrund werden nachstehend in einem ausführlichen Beitrag (Update vom 20.03.2016 mit Blick auf Korrekturen von Ungenauigkeiten und ein paar Fehler) einige der heraufziehenden Entwicklungen näher umrissen, bewertet und beteiligte Konzerne sowie Verflechtungen zwischen Staat und Forschungseinrichtungen aufgezeigt. Dabei wird auch ein kritischer Blick auf Wasserstoffwirtschaft (insbes. im Automobilbereich) und Biokohle (für Treibhausgasreduktion und Bodenverbesserung) gerichtet. Zur Gestaltung des Wandels und für eine notwendige, absolute Verringerung des Ressourcenverbrauchs werden Handlungsschwerpunkte für die Bereiche Energiewirtschaft, Wärme und Verkehr mit einem prioritären Maßnahmenpaket vorgestellt.   

 

 

 


Hell aus dem dunklen Vergangenen

Zum Aufstieg erneuerbarer Energien in Deutschland von 1970 bis 2014

 

Die „Energiewende“ ist das vielleicht ehrgeizigste Industrieprojekt der Bundesrepublik. Neben dem Atomausstieg soll sie klimapolitisch zur Minderung der Treibhausgasemissionen beitragen. In einem ausführlichen Beitrag ist der Entwicklung der erneuerbaren Energien nachgegangen worden. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Einerseits ist die beachtliche Zunahme der „Erneuerbaren“ an der Energiegewinnung unbestreitbar, andererseits nehmen die Versuche der durch den Atomausstieg und die Liberalisierung der Energiemärkte getroffenen großen Energieversorger zu, diesen Prozess zu bremsen und im eigenen Interesse zu kanalisieren. 

 

 

 

 

 

Falsch gewendet

Zur Kritik der Initiative „Die Wende – Energie in Bürgerhand“


Seit März 2013 hat die Initiative „Die Wende - Energie in Bürgerhand“ bundesweit mit einer Kampagne für eine dezentrale Energiewende begonnen. Sie will die vielen Menschen hinter der Energiewende sichtbar machen und ihnen im Jahr der Bundestagswahl eine starke Stimme geben. Zentrale Bedeutung für deren Durchsetzung haben Genossenschaften. Demgegenüber werden Rekommunalisierung der Energieversorgung oder Energienetze in öffentlichem Eigentum nicht strategisch in das Konzept eingebunden. So will die BürgerEnergie Berlin – als Mitglied der Initiative – das Berliner Stromnetz auf genossenschaftlicher Grundlage kaufen. Hier deuten sich grundlegende Differenzen auf dem Weg zur Energiewende an. Kommunale oder gesamtgesellschaftlich relevante Infrastruktur wie die Energieversorgung gehört in eine demokratisierte, öffentliche Hand. In der Hand von Genossenschaften ist es lediglich privates Gruppeneigentum. Hier bedarf es einer klärenden Debatte, denn bürgerschaftliches, wirtschaftliches und genossenschaftliches Engagement und politisches Handeln für eine demokratisch erneuerte, gesamtstaatliche Energiewirtschaft wie auch Rekommunalisierung der Energieversorgung ergänzen sich strategisch sinnvoll. Beides ist für die Energiewende unerlässlich. Rückgrat oder Knochengerüst für eine dezentrale Energieversorgung in Deutschland sind Stadtwerke und kommunale wie auch demokratisch organisierte, bundesweite Energienetze in öffentlichem Eigentum. Das Fleisch für den flächendeckenden Umbau sind Energiegenossenschaften, kleine und mittelständische Unternehmen und viele andere Initiativen und Einzelpersonen. Näheres kann dem nachstehenden Beitrag  entnommen werden.

 

 


 

Fracking-Gas - CO2-Qualität wie Steinkohle


Die Gewinnung von Fracking-Gas stößt auch in Deutschland auf anhaltenden Protest. DIE LINKE fordert ebenso wie viele andere Organisationen, dass die Erdgasförderung mittels Fracking verboten wird. Fracking bedeutet nicht nur große Gefahren für das Grundwasser, sondern auch enorme Schäden an Natur und Landschaft durch zahllose Bohrlöcher und den dafür benötigten Platz. Ein drastisches Beispiel für die Menge an Bohrlöchern liefert Texas. Dort wurden in der Barnett Shale Formation auf einer Fläche von 15 000 Quadratkilometern mehr als 15 000 Bohrungen genehmigt. Was allerdings bislang kaum zur Sprache kommt, ist, dass das mit Dieselmotoren geförderte Erdgas eine CO2-Qualität wie Steinkohle hat. Das zeigen die Ergebnisse eines Gutachtens,das im Zuge eines Informations- und Dialogprozesses angefertigt und von ExxonMobil finanziert wurde. Näheres dazu im nachstehenden Beitrag.

 

 

 

 

Berliner Politik heimleuchten

Straßenlaternenlicht - Zukunft statt fossile Vergangenheit

 

Berlins Senat hat bereits vor längerem ein neues Beleuchtungskonzept für die Stadt beschlossen. Dazu gehört der radikale Abbau der Gaslaternen im Westteil der Stadt. Hier drohen große Verluste für das vielerorts prägende Stadtbild und für ein kulturhistorisch als auch technik- und industriegeschichtlich bedeutendes Zeugnis. Eine ganze Reihe von Initiativen und Fachleuten wehren sich dagegen. Der nachstehende Beitrag gibt einen kurzen Überblick zu den bisherigen Entwicklungen und macht einen Vorschlag, wie weiter verfahren werden sollte.

 

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